Rom 65 n. Chr.
Die Villa des Philosophen Seneca
Der Philosoph und Dichter Seneca steht lesend vor einer Truhe mit Schriftrollen, als Marcellus - gerade aus Ägypten zurückgekehrt - eintritt. Während die Männer ein gemeinsames Mahl einnehmen, berichtet Marcellus dem Freund von seiner Reise ins Land am Nil und schwärmt von der Schönheit der Ägypterinnen. Mit Überraschung hört der junge Mann, dass der alternde Philosoph in seinen Jugendjahren zur Genesung am Nil weilte, und dort ebenso der Schönheit der Frauen verfallen war. Noch während die Männer von den Ägypterinnen schwärmen, trifft für Seneca eine Botschaft des Kaisers ein. Neugierig drängt Marcellus den Freund, ihm den Inhalt der Nachricht preiszugeben, doch Seneca ist gereizt und versteckt die Schriftrolle.
Pompeia Paulina erscheint mit einem Krug Wein, und schenkt ihrem Mann und Marcellus nach. Als sie sich zu den Männern setzt, fällt die Schriftrolle aus ihrem Versteck. Pompeia Paulina ist entsetzt und beschuldigt ihren Mann, mit einer anderen Frau heimlich Botschaften auszutauschen und sie zu betrügen. Um seine eifersüchtige Ehefrau zu bändigen, teilt Seneca ihr den Absender der Nachricht mit. Als der Name des Kaisers fällt, erleidet Pompeia Paulina einen Schwächeanfall. Nun muss Seneca dem Freund von der Pisonischen Verschwörung gegen Nero erzählen. Nach dem Brand von Rom hatte sich die Lage in der Stadt zugespitzt, und einige Adlige, hauptsächlich aus der Opposition, hatten, während der Spiele im Circus Maximus, ein Attentat auf den Kaiser geplant. Der Plan wurde verraten. Nun erwarteten die Verschwörer das Urteil des Kaisers.
40 n. Chr.
Caligula regiert als absoluter Herrscher mit Gottkönigtum in Rom. Seneca, Senator in Rom und Sprecher der Opposition, scharrt eine große Anhängerschaft um sich. Durch seine glänzenden Reden zieht er sich den Neid des Kaisers zu und wird zum Tode verurteilt. Doch durch die Fürsprache einiger Berater des Kaisers entkommt Seneca der Hinrichtung. Sie halten den Philosophen für todkrank und appellieren an Caligulas Großherzigkeit, Seneca zu begnadigen. Caligula folgt ihrem Ratschlag.
Kurze Zeit später wird der Kaiser ermordet und Claudius folgt ihm auf den Thron. Seine Frau Messalina schmiedet Intrigen, denen auch Seneca zum Opfer fällt. Sie sagt ihm ein ehebrecherisches Verhältnis mit der Schwester des letzten Kaisers nach. So wird der unbequeme Philosoph, Mitglied der immer stärker werdenden Opposition im Senat, nach Korsika verbannt.
Erst 8 Jahre später kann die neue Frau des Kaisers, Neros Mutter Agrippina, Seneca aus der Verbannung nach Rom zurück befehlen. Sie schätzt Seneca als ihr ergeben und überaus folgsam ein und macht ihn zum Erzieher ihres Sohnes. Zudem soll Seneca den Jungen auf sein späteres Amt als Herrscher über das römische Reich vorbereiten.
Nach dem Tod des Kaisers Claudius verhilft Agrippina ihrem Sohn auf den Thron. Seneca übernimmt gemeinsam mit dem Präfekten Burrus die Staatsgeschäfte für den Minderjährigen. Doch als dieser seine Mutter ermorden lässt und mit immer größer werdender Grausamkeit über Rom herrscht, entschließt sich Seneca von allen Ämtern zurückzutreten. Nur 12 Jahre nach seiner Rückkehr aus der Verbannung schwebt der einstige Erzieher Neros in Gefahr. Wieder ist er der Willkür eines Kaisers ausgeliefert.
65 n. Chr.
Neros Soldaten durchsuchen die Stadt nach Mitgliedern der Pisonischen Verschwörung. Sie nehmen die Mitwisser fest. Es werden die Todesurteile des Kaisers vollstreckt.
Nach dem gemeinsamen Essen spricht Marcellus ein letztes Mal von Senecas Flucht aus Rom. Seneca lehnt ab. Um das Wohl seines Freundes besorgt, schickt er Marcellus davon.
Pompeia Paulina und Seneca bleiben allein zurück. An ihrer Seite nimmt Seneca das Urteil des Kaisers an.